Windows, Backup & Troubleshooting
Alles, was auf Windows für schnelle, verlässliche Backups mit Adelvo Commander wichtig ist — und die Lösungen für die typischen Windows-Eigenheiten (Defender, USB-Tempo, Terminal, Icon-Cache).
1Windows Defender & Backup-Tempo
Der wichtigste Windows-Punkt. Windows Defender scannt jede Datei beim Schreiben (und beim Lesen). Bei einem Backup mit vielen kleinen Dateien ist der Scan-Aufwand pro Datei größer als das Kopieren selbst — das kann die Geschwindigkeit um Faktor 100+ drücken. In der Praxis gemessen: von 1,4 MB/s auf 300 MB/s, nur durch eine Ordner-Ausnahme.
Der einfache Weg: direkt in Commander
Im Backup-/Sync-Dialog erscheint bei einem lokalen Backup (Local → Local) ein gelber Hinweis, wenn Quelle oder Ziel nicht in den Defender-Ausnahmen stehen. Ein Klick auf 🛡 Defender-Ausnahme setzen… → Hinweis lesen → bestätigen → ein UAC-Klick trägt Quell- und Zielordner ein. Nichts passiert heimlich, und du kannst es jederzeit wieder rückgängig machen.
Der manuelle Weg (PowerShell)
Lesen der aktuellen Ausnahmen — kein Admin nötig:
powershell -Command "Get-MpPreference | Select-Object -ExpandProperty ExclusionPath"
Hinzufügen / Entfernen — Admin nötig (siehe „Admin-PowerShell" im Terminal-Abschnitt):
Add-MpPreference -ExclusionPath "C:\Users\DeinName" Add-MpPreference -ExclusionPath "E:\Backup" Remove-MpPreference -ExclusionPath "E:\Backup"
2Das eingebaute Terminal
Das Terminal in Commander startet unter Windows als cmd (Prompt C:\Users\Name>). Es läuft eigenständig und hängt nicht am Explorer — du kannst darin sogar den Explorer neu starten, ohne dass das Terminal abstürzt.
cmd vs. PowerShell
Manche Befehle (z. B. Get-MpPreference) sind PowerShell-Befehle und funktionieren nicht in cmd. Zwei Wege:
powershell -Command "<dein PowerShell-Befehl>" ← einzeln aus cmd powershell ← ganz in PowerShell wechseln
Admin-PowerShell (elevated)
Eine laufende Shell kann sich nicht im selben Fenster zu Admin machen — Windows/UAC öffnet dafür immer ein neues Fenster. Daher:
- Am einfachsten: Win+X → Terminal (Administrator) bzw. „Windows PowerShell (Administrator)".
- Oder Startmenü → „PowerShell" → Rechtsklick → Als Administrator ausführen.
- Aus dem Commander-Terminal ein Admin-Fenster starten:
powershell -Command "Start-Process powershell -Verb RunAs"
→ UAC bestätigen → im neuen Admin-Fenster dieAdd-MpPreference-Befehle ausführen.
Start-Process -Verb RunAs (ein UAC-Klick, eigenes Fenster) — deshalb braucht das Terminal selbst kein Admin.Kopieren & Einfügen
| Aktion | Taste |
|---|---|
| Kopieren (markierten Text) | Ctrl+Shift+C |
| Einfügen | Ctrl+Shift+V |
Das entspricht dem Linux-Terminal-Stil (nicht Ctrl+C, das bricht laufende Befehle ab).
3USB-Tempo & Laufwerke
Nach der Defender-Ausnahme ist der nächste Engpass fast immer die Hardware/der Port — nicht die App. Auf demselben App-Code erreicht ein Mac an einer NVMe/Thunderbolt 2,6 GB/s.
- Front-USB-C an Fertig-PCs ist oft nur USB 3.2 Gen1 (5 Gbit/s ≈ real ~400–450 MB/s), teils über ein internes Front-Panel-Kabel gedrosselt. Ein 10-Gbit-Gehäuse kann daran nicht schneller.
- Lösung: hinten am Mainboard-Blech einstecken — Port mit „10Gbps" / „SS10" / USB 3.2 Gen2. Die hinteren Ports hängen direkt am Chipsatz.
- Kabel: muss ein echtes 10-Gbit-USB-C-Kabel sein (kein Lade-/Gen1-Kabel).
- UASP/Schreibcache: Geräte-Manager → Laufwerk → Richtlinien → „Bessere Leistung / Schreibcache aktivieren".
Verbindung prüfen (das „Systeminformationen-USB"-Äquivalent)
| Frage | Werkzeug |
|---|---|
| Läuft der Port mit 5 oder 10 Gbit/s? UASP aktiv? | USB Device Tree Viewer (USBTreeView, portabel) — zeigt „Current Speed: SuperSpeed (5 Gbps) / SuperSpeedPlus (10 Gbps)" |
| UASP ohne Tool | Geräte-Manager: „USB Attached SCSI (UAS) Mass Storage Device" = gut; nur „USB-Massenspeichergerät" = langsamer BOT-Modus |
| Reine Datenrate (Front vs. Rear) | CrystalDiskMark an beiden Ports |
| CPU/Hardware allgemein | CPU-Z, Speccy oder HWiNFO |
4Backup richtig aufsetzen
Gegen das Kleindatei-Elend auf Windows (NTFS + Defender + riesige Cache-Ordner) hilft vor allem, den Datei-Berg zu verkleinern:
- Positiv-Liste (Include) für den Benutzerordner: nur
Documents,Desktop,Pictures,Videos,Music, Projektordner — kein AppData (dort liegen oft Hunderttausende winzige Cache-Dateien). - 🧹 Windows-Junk-Button im Filter-Tab: schließt
AppData\…\Cache,node_modules,.git,Thumbs.dbu. Ä. aus. - Defender-Ausnahme für Quelle + Ziel (Abschnitt 1) — der größte Tempo-Hebel.
- Vorschau ist Pflicht: Commander führt nichts ohne vorherigen Vergleich aus.
5Einstellungen mitnehmen (Export/Import)
Um Backup-Pläne, SSH-Verbindungen und gespeicherte Pfade auf einen anderen Rechner (z. B. vom Mac auf den Windows-PC) zu übertragen:
- Einstellungen (⚙) → Abschnitt Backup & Verbindungen → ⬆ Einstellungen exportieren… → speichert eine einzelne
Adelvo-Commander-Settings-…json. - Datei auf den anderen Rechner kopieren.
- Dort: Einstellungen → ⬇ Einstellungen importieren… → Datei wählen. Die App lädt danach neu.
6Icon auf dem Desktop zurücksetzen
Wenn Startmenü und Installation das richtige Adelvo-Icon zeigen, eine Desktop-Verknüpfung aber noch ein altes Icon, ist das der Windows-Icon-Cache (nicht die App). So leeren:
Schnell:
ie4uinit.exe -show
Gründlich (Eingabeaufforderung; Explorer startet kurz neu):
taskkill /f /im explorer.exe del /a /q "%localappdata%\IconCache.db" del /a /f /q "%localappdata%\Microsoft\Windows\Explorer\iconcache*" start explorer.exe
Danach die alte Desktop-Verknüpfung löschen und neu aus dem Startmenü ziehen.
7Bekannte Eigenheiten & FAQ
„Update wird immer wieder angeboten / Version stimmt nicht"
Immer die aktuelle Version frisch von adelvo.io/adelvo-commander installieren (Dateinamen enthalten die Versionsnummer). Alte Version vorher deinstallieren. In der App zeigt Einstellungen → Version die installierte Version.
„Backup ist extrem langsam (wenige MB/s)"
Reihenfolge: (1) Defender-Ausnahme für Quelle + Ziel, (2) AppData aus dem Backup nehmen (Positiv-Liste), (3) Rear-USB-Gen2-Port + UASP prüfen. Siehe Abschnitte 1, 4 und 3.
„Kein Lesezugriff / alles wird als neu angezeigt"
Meist ist das Ziel-Laufwerk nicht (richtig) gemountet oder die Rechte sind verstellt (häufig nach fremden Klon-Tools). Commander prüft Quelle und Ziel vor dem Vergleich und meldet klar, statt still „alles neu" anzuzeigen. Bei externen Volumes hilft im Finder/Windows „Eigentümer ignorieren" bzw. korrekte Rechte.